Fechten

Die Rodensteiner sind die einzigen pflichtschlagenden Studenten in Freiburg i.Ue. In der Schweiz, Österreich, Belgien und Deutschland existieren mehrere hundert pflichtschlagende Korporationen. Das Mensurwesen ist durch unsere Mitgliedschaft im Schweizerischen Waffenring geregelt.

Die sehr enge Kameradschaft, welche durch die gemeinsam durchlebten Extremsituationen und das tägliche Training entsteht, zeichnet diese Verbindung aus. Dank unserem Fechtchargierten sind die Paukanten an den wichtigen Tagen sehr gut vorbereitet und vertreten stolz die Farben der Rodensteiner.

Das Mensurfechten ist weder Sport noch Duell, hat aber mit beiden Formen menschlichen Kräftemessens Gemeinsamkeiten. Wie beim Sport geht es nicht um das Austragen persönlicher Differenzen; ein gewisses Vertrauen zueinander ist für ein "Paukverhältnis" sogar nötig. Allerdings kennt eine Mensur keine Gewinner oder Verlierer. Wichtiger als ein Sieg ist die "aufrechte Teilnahme", das Durchhalten und die Beherrschung von Affekten. Die Leistung jedes teilnehmenden Fechters – des "Paukanten" – wird unabhängig von der Leistung seines Gegners bewertet: etwa nach Stand, Moral und Technik. Dies nimmt der Mensurconvent vor: ein Gremium, das aus allen anwesenden Corps- bzw. Bundesbrüdern, also anderen Mitgliedern der Studentenverbindung, des jeweiligen Paukanten besteht, die die Mensur vollständig gesehen haben.

Wie das Duell ist die Mensur ein Zweikampf von Männern, bei dem es darauf ankommt, nicht zurückzuweichen und diese Kampfsituation trotz möglicher Verwundung diszipliniert und ohne äußere Anzeichen von Furcht durchzustehen. Das Einüben von "Tapferkeit" durch Überwinden der eigenen Furcht ist das eigentliche Ziel, sodass ein Zurückweichen als Niederlage empfunden und gewertet wird.

Schlagende, besonders pflichtschlagende, Verbindungen betrachten die Mensur als wichtige Hilfe zur Persönlichkeitsbildung. Denn in der Vorbereitung darauf muss der Teilnehmer eine saubere Kampftechnik (das "Pauken") einüben und dabei Disziplin und Sorgfalt entwickeln. Dabei muss er sich mit einer als bedrohlich empfundenen Situation auseinandersetzen, die eigenen Ängste davor überwinden und ihr gefasst entgegentreten. Das Pauken soll auch den Zusammenhalt der jeweils eigenen Verbindung stärken, indem der Paukant für sie einsteht. Deshalb nimmt meist die gesamte Aktivitas der beteiligen Verbindungen sowie oft viele ihrer Alten Herren an einem Pauktag teil.

Im Gegensatz zum Sportfechten werden bei einer Mensur ausschließlich Hiebe ausgeführt, Stechen ist hingegen nicht erlaubt. Die Waffe heißt "Schläger" und wird je nach Universität in der Variante Korb- oder Glockenschläger verwendet. Die Trefferfläche für die Hiebe ist ausschließlich der Kopf, der Rest des Körpers ist durch Bandagen geschützt. Der einzige bewegte Körperteil ist der Schlagarm, der zugleich auch zur Deckung eingesetzt wird.